Weiterbildung Systemische Supervision
Diese Weiterbildung vermittelt fundiertes Wissen über systemische Grundlagen sowie praxisorientierte Handlungskompetenzen, die für eine professionelle supervisorische Tätigkeit in psychosozialen Arbeitsfeldern erforderlich sind – etwa im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich. Supervision wird dabei als begleitender Prozess verstanden, der Fachkräfte dabei unterstützt, ihr berufliches Handeln zu hinterfragen, Perspektiven zu erweitern und neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Was bedeutet „Systemische Supervision"?
Die systemische Supervision wurzelt in der sogenannten Kybernetik zweiter Ordnung – einem Begriff, den der Physiker und Systemtheoretiker Heinz von Foerster geprägt hat. Während sich die klassische Kybernetik mit der Steuerung von Systemen durch Rückkopplung befasst, erweitert die Kybernetik zweiter Ordnung diesen Blickwinkel: Der Beobachtende wird als integraler Bestandteil des Systems verstanden. Im Mittelpunkt steht also nicht nur das Beobachtete, sondern auch die Person, die beobachtet – und die Verantwortung, die sie für ihr eigenes Handeln und Wahrnehmen übernimmt.
Übertragen auf die Supervision bedeutet das: Nicht allein die Inhalte eines Anliegens werden betrachtet, sondern ebenso die Art und Weise, wie Supervisand*innen diese bewerten und einordnen. Häufig verändert bereits ein veränderter Blickwinkel das, was betrachtet wird.
Bereiche der Supervision
Fallsupervision
Die Fallsupervision richtet sich an Fachkräfte, die therapeutisch, beratend oder betreuend tätig sind – darunter Psychotherapeutinnen, Psychologinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen, Erzieherinnen und Pädagoginnen. Im Mittelpunkt steht nicht der Klient bzw. die Klientin als solche, sondern die Interaktionsdynamik zwischen Fachkraft und Klientin. Besprochen und reflektiert wird, wie diese Beziehung gestaltet ist und welche Muster sich zeigen.
Selbstsupervision
Die Selbstsupervision befasst sich mit der eigenen beruflichen Situation. Themen sind unter anderem die Work-Life-Balance, die Klärung beruflicher Konflikte, der konstruktive Umgang mit belastenden Arbeitssituationen wie Burnout oder Mobbing sowie die bewusste Nutzung und Weiterentwicklung persönlicher Ressourcen – einschließlich Fragen der Karriereplanung.
Teamsupervision
Die Teamsupervision kann in drei verschiedenen Kontexten eingesetzt werden:
Fallsupervision im Team: Analog zur Einzelfallsupervision werden hier Fälle aus dem gemeinsamen Arbeitsumfeld besprochen – mit Fokus auf die Interaktion zwischen Team und Klient*innen.
Teamdynamik und Konfliktklärung: Teams sind als soziale Systeme anfällig für interne Spannungen, die sich mitunter in erheblichem Leidensdruck niederschlagen. Die Teamsupervision schafft Raum, solche Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und Entwicklungspotenziale im Team sichtbar zu machen.
Organisationsentwicklung: In diesem Rahmen dient die Teamsupervision als Teil einer übergeordneten Organisationsberatung. Im Fokus stehen strukturelle Fragen der Einrichtung selbst – unabhängig von Klientenanliegen oder interpersonellen Teamkonflikten.
Inhalte der Weiterbildung
Grundlagen und Prinzipien systemischer Supervision; Abgrenzung zur individuellen Supervision
Systemisches Denken in der Praxis: Probleme und Lösungen im Kontext betrachten
Auftragsklärung und Zielformulierung in Supervisionssitzungen
Systemdiagnose: Beziehungsmuster erkennen und geeignete Interventionen entwickeln
Reflexionsprozesse fördern: Selbstreflexion, Perspektivwechsel, Umgang mit Widerstand und Ambivalenz
Berufsethik und Professionalität: Richtlinien, Vertraulichkeit und Grenzziehung in der Supervisionsbeziehung
Praktische Anwendung: Fallarbeit, Übungen und Diskussion realer Supervisionssituationen
